Beschreibung der Gemarkung Frickhofen aus dem Jahre 1600
HHStAW Abt. 171 Nr.F612
Frickhofen
Hier ein Dokument, in dem die Gemarkung von Frickhofen beschrieben wird. Leider können wir heute nicht mehr viel damit anfangen: Wenn es heißt: "von diesem Kirschbaum" usw. - so müsste dieser Kirchbaum mittlerweile mehr 410 Jahr alt sein. Ein solches Alter dürfte auch bei langlebigeren Arten schwierig zu erreichen sein.
Aber auch wenn es diesen Baum nicht mehr gibt, so ist es doch hoch interessant, die Sprache und die Art der Beschreibung aus diesem Jahrhundert zu lesen, in der damals unsere Gemarkung beschrieben wurde.
Frickhofen. 66
Deme graben ahn deme Wilsenroder Feldt hinauff durch das gebück
ahn der Wolffswiesen aus, forters bis uf einen dicken Eich-
baum zwischen der Wasen undt deme Furspfadt, von obertreiter
Wiesen aus in Wilsenroth ahn den hohen Kirschbaum obig deme weeg,
alwohe die Langenderenbacher Endten.
Die Frickhofer von diesem Kirschbaum bis uf die scheur für
Wilsenroth, welche scheur Gangloff Kreckeln [Gangolf Krekel] deme Heimberger
zue Wilsenrodt zuständig ist undt noch auf Nassaw-Hadama-
risch[em] boden stehen solle; in welche scheuer die Wilsenroder
Nachbarn die pferdt führen. Dahe sie andrer benach-
barter Viehe in verbotene Flor[en] fenden undt solche ins
Dorff nit führ[en] dörfen, aldiweil ihr Flor vor deme
Dorff zu deme Dornberg zue in Nass[au]-Hademarischer
Hochheit lieget, zu welcher Schewr auch Chun Clasen
zue Frickhofen bericht nach er vor etzlich[en] Jahr[en]
ahn zue selber Zeith gewesener Kuhehirth hundt ge-
löset; die ... Wilsenroder gepfändet, von gemelter
Schewren den weg ahn Wilsenroth beym Born hinaus,
bis obg. Dorff ins Feldt, in die ahnwendt, forterst
an deme stück über welches Chun Peter zu Wilsen-
roth undt Reinhardts Thiel daselbst nhu im brauch haben.
Undt in die Kirch zue Frickhofen jahrs ein maas
Weins gült gibt, us dieser stück ist von Heimburger
zue Frickhofen weg[en] hinterstendiger gült ein steck[en] gesteckt,
forterst in den waldt oben Wilsenroth uf den stein vorn im
waldt am weeg, welcher nechst bey einer Buch[en] stehet,
von demeselben stein den weg hinaus uf den zweiten stein
an waldt, bey einer Buch[en] stehend; davon uf den
3ten stein bei einer dicker Buche stehendt, von dem uf
den 4ten stein uf Rick stehendt, von demselben am Rick
den waldt hinauf uf die Ley obig breidenroths born
alda ahn ein Buche ein Zeichen gehaw[en] wordt[en], welche
Mahlbuche nit ferne von einem Buchenstrauch stehet;
von dannen den waldt hinauff ahn einen Mahlbaum
welcher nechst bey einem dicken krumen Eichbaum
stehet; forterst den waldt hinein uf das orth ahn
welchem das Gombacher geschwendt uf der Bertzhaner
Hecken hinten zur Enden thuet; von dae durch die
schornstücke uf die Eck des buchholtz waldts, hier fanget
Dorndorf ahn.
Buchholtz herschaftlicher gewäldts undt ein Koppelgen, der Haan ge-
nanth, welcher umb den Blasenberg liegt,
die übrige seindt der gemeindten, darunter ein Mercker Weldg[en]
darüber die von Waldtmannshausen obermerker sein
wollen.
Herrn güther
Das Feldt ohngefehr 13 morg[en] so am Hufenstück unter
dem Hanen her lieget, aber mehrentheils Drisch ist geschetzt
220 Fl.
Item ein sattell hinter Joppach uff Potsch Joheng[en] eydem - 20 Fl.
Ein placken Landts in Dhalheimer gerechtigkeit - 30 Fl.
ein halben morg[en] uf Pötsch Johang[en] ydem [ ]
Jacob Schuth (?) undt Endres Bergner, haben die güter gebraucht undt
jarlichs geb[en] 4 Fl. batzen.
J..s Hans 2 Jeger broth.
(am Rand: Langendernbach 57)
osterbroth 3 oder 4 alb[us] deren 2 aus einer wiesen falen, das rodt
genanth, welcher der Heimberger Johan Müller unter henden hat,
das dritte [albus] geben der Becker und Bommeler Erben.
(am Rand: Dorchheim 19, ... 2 malter grafenmas hafer. Der ..., item pastor 2)
Mühlbach 21, kleinen Zehendten pastor, item herschaft 2 malter
Hafer, item pastori 2 mlr (malter) gräfenmaas.