Wenn Sie gerne Material zu unserer Sammlung beitragen möchten, können Sie sich gerne an den Vorsitzenden, Hubert Hecker, ein Mitglied des Vostandes oder ein anders Ihnen bekanntes Mitglied des Vereins wenden.
Frickhofen ist wie alle anderen Westerwalddörfer geprägt durch eine mehr als tausendjährige christliche Geschichte. Unübersehbare Zeichen dieser christlichen Kulturprägung des Ortes sind die Blasiusbergkapelle und die Pfarrkirche St. Martin im Dorfzentrum.
Es gibt aber auch zahlreiche kleinere Dokumente und teilweise verborgene Denkmäler christlicher Frömmigkeit. Diese bildgewordenen Glaubenszeugnisse sind es wert, dass man sie im 'Jahr des Glaubens' neu in den Blick nimmt.
Den Bergweg zur Blasiusbergkapelle sind seit 50 Generationen unsere Vorfahren gegangen. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts erinnern die vierzehn Stationshäuschen an den Kreuzweg des Herrn als via dolorosa.
Am Fuße des Blasiusbergs steht seit 1912 eine von drei Frickhöfer Marien-Grotten. Ursprünglich vom Verkehrs- und Verschönerungsverein unter Lehrer Heinzmann als Blasius-Bildstock gebaut, wurde er unter Pfarrer Krauskopf Ende der 20er Jahre zu einer Madonnen-Grotte umgewidmet.
Eine klassische Lourdes-Grotte steht im Ortszentrum. Joh. Otto Gröschen, mit Dorfnamen Lisbette, hatte schon an mehreren Lourdes-Wallfahrten teilgenommen, als er sich um 1900 entschloss, in seinem Hausgarten die Felsengrotte von Lourdes en miniature nachzubauen, um die Erscheinung der Immakulata von 1859 anschaulich zu machen. 1930 ließ er eine kleinere Lourdes-Grotte auf dem damaligen Kindergartenhof bauen.
Drei Kapellen gibt es in Frickhofen: Am Rande der Ortsgemarkung nach Dorchheim hin steht die Hauskapelle der ehemaligen Mühlenfamilie Kurtenackers. Das kleine Andachtsgebäude wurde im 19. Jahrhundert gebaut. Die Friedhofskapelle in der heutigen Form stammt aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Zwei Frickhöfer Kapellen sind als Andachtsräume wieder säkularisiert: die Anbetungskapelle im Schwesternhaus und die Kapelle Maria Waldrast. Neu hinzugekommen ist die Kapelle im Altenheim St. Martin. Der 1953 errichtete Außenaltar auf dem Blasiusbergplateau mit Kreuz und Kanzel kann als eine Art Freiluft-Kapelle angesehen werden.
In der Frickhöfer Gemarkung sind vier Kreuze bzw. Kreuzbildstöcke aufgestellt worden. Auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs an der Wilsenröther Straße erinnert ein sehr schönes Jugendstilkreuz aus Metall an die verstorbenen Frickhöfer des 19. Jahrhunderts.
Am Bergweg zur Blasiuskirche steht ein Kreuz, das 1921 durch Lehrer Heinzmann und dem Verschönerungsverein aufgestellt wurde. Der Korpus war kurz vorher auf dem Speicher der Blasiuskirche gefunden worden.
Zwei Kreuzbildstöcke aus Holz stehen in der nördlichen Waldrand-Gemarkung. In dem Bildkreuz am Weg zur Grillhütte wird das Kreuzgeschehen mit Naturerfahrung verbunden: „In der herrlichen Natur / find’st Du Deines Gottes Spur. Willst Du sie noch größer seh’n, bleib bei diesem Kreuze steh’n.“ Das zweite Holz-Wegkreuz steht an der Abzweigung zum Ewigen Eis.
Innerhalb des Ortes standen früher gemauerte Bildstöcke an den Stellen, wo die Fronleichnamsprozession Station machte. Ursprünglich mögen die steinernen Bildstöcke als Monstranz-Altäre gedient haben, bis man im 19. Jahrhundert jeweils mobile Holzaltaraufbauten als Fronleichnamsstationen errichtete. Am Ende der Hintergass’ errichtete man einen steinernen Bildstock freistehend.
Der dritte Stein-Bildstock stand hart hinter der Mauer auf dem Grundstück gegenüber vom heutigen Gasthof Kochlöffel. Als vierter Bildstock ist die Nische in der alten Kirchenmauer zur alten Schule hin anzusehen. Während des Jahres stellte man in diese Nischen Heiligenfiguren.
Anstelle von zwei alten Altar-Bildstöcken sind neue errichtet worden: In der Hinterstraße ließ der Jahrgang 1929/30 ein gemauertes Stationshäuschen errichten und mit einer Kreuzigungsgruppe aus Bronze einrichten. Am Rande des Parkplatzes vor dem Rathaus steht ein Bildstock ähnlicher Bauart, erbaut 1992 vom Jahrgang 1933, mit einem Korpus-Kreuz. Anno Domini 1992 ließ auch der Frauenkreis I an der Stelle des alten Backhauses einen Stein-Bildstock mit einer Herz-Marien-Statue errichten. Eine weitere Marienstatue wurde 2012 im Garten des Altenheims eingeweiht.
Daneben haben unsere Vorfahren an ihren Häusern Zeugnisse ihres Glaubens anbringen lassen: Zu entdecken sind drei weitere Madonnen-Statuen in Gebetshaltung, die in Mauer-Nischen an Privathäusern aufgestellt sind – so im Haus Lange Str. 14 (Reichwein) sowie in den Häuser Egenolfstraße 21 (Giesendorf) und 33 (Stähler).
In Frickhofen stand der hl. Josef als Vorbild, Fürbitter und (Namens-)Patron hoch in Ehren. Davon zeugen die vielen Namensgebungen von Josef / Jupp, aber auch sieben Josefs-Bildstöcke an Häusern: Die größte Josefsstatue ist in der Giebelmauer-Nische des ehemaligen Schwesternhaus und Kindergartens St. Josef anzusehen. In den Häusern Limburger Straße 1 und 5 stehen hinter Glas Josefsfiguren in Mauer-Nischen, in gleicher Art im Haus Bahnhofstraße 5. In der Backhausstraße 6 und Hauptstraße 8 sind Josefsstatuen in offene Nischen gesetzt. Im ehemaligen Haus Kurtenacker, Bahnhofstraße 36, sieht man heute eine leere Nische, in der früher eine Josefsfigur stand und in nächster Zeit ein Herz-Jesu-Standbild aufgestellt wird.
Hubert Hecker