Das alte Rathaus (17. Jhd.) in Frickhofen stand Jahrhunderte lang im Blickfeld der Dorfpolitik. Zunächst diente das Gebäude als Bürgermeisteramt und Elementarschule, später als Glasveredlungswerkstätte und Wohnung./p>
Wegen seines hohen Alters und des Balkenschnitzwerkes stand es unter Denkmalschutz. Mit der St. Martins-Pfarrkirche bildete das historische Rathaus den Ortskern, in dem sich das Dorfgeschehen entwickelte
"Das Todesurteil" für das alte Rathaus sprach die Gemeindevertretung mit ihrem Abbruchbeschluss am 14. Februar 1964. Durch den Abbruch sollten Parkflächen und eine bessere Verkehrssicherheit gewonnen werden.
Besonders reich und zierlich sind die Fensterumrahmungen und die Füllbretter zwischen den Balkenköpfen, die reich geschnitzt sind.
Das Erbe der Vergangenheit, dieses weit und breit bekannte und schon immer bewunderte und in der Literatur rühmlich erwähnte ehemalige Rathaus und Schulgebäude, das schönste Fachwerkhaus, das die Dorfgemeinde hervorgebracht, fiel der Spitzhacke zum Opfer.
Das Holzskelett des alten Rathauses nach der Abdeckung des Schieferdaches. Arbeiter des Staatsbauamtes Weilburg transportierten das Balkenwerk zur Aufbewahrung nach Weilburg ins Schloss.
Den schäbigen Rest des Gebäudes, schaffte die Gemeinde auf den Müllplatz am Aulenberg.
Der fachgerechte Abbruch kostete damals 3.500.- DM.
(von Heribert Heep)